Chronik

Chronik

Am 6. Juli 1951 gründeten mehrere Haarener Bürger einen neuen Schützenverein und gaben ihm den Namen „Schützengesellschaft Germanus im Jahre 1951 Haaren“. Der Name war dem Pfarrpatron gewidmet, sollte jedoch bewusst nicht den Eindruck eines uniformierten Traditionsvereins erwecken. Ziel der Neugründung war die Ausübung des sportlichen Schießens sowie die Pflege von Kameradschaft und Vereinsleben.

Hauptinitiator und erster Vorsitzender war Heinrich Stollenwerk, ein gebürtiger Haarener, der bereits vor dem Zweiten Weltkrieg Mitglied des ortsansässigen Vereins „KKS 1912 Haaren“ gewesen war. Da dieser nach dem Krieg nicht wieder aktiviert werden konnte – es standen nur zwei der mindestens drei erforderlichen Mitglieder zur Verfügung – entstand der neue Verein. Zur Gründung zählte er zehn Mitglieder, angeführt von einem Vorsitzenden, der zu diesem Zeitpunkt bereits 39 Jahre dem Deutschen Schützenbund angehörte.


Die frühen Jahre und wechselnde Vereinslokale (1951–1964)

Das erste Vereinslokal waren die „Vier Jahreszeiten“ (Alt-Haarener-Straße 102). Dort wurden auf zwei Luftgewehrbahnen die ersten Schüsse abgegeben. Da der Schießstand jedoch nicht den Vorgaben des Deutschen Schützenbundes entsprach, zog der Verein 1952 in die Gaststätte Heinrich Bertrand (Alt-Haarener-Straße 209) um, wo fünf normgerechte Stände zur Verfügung standen.

Mit wachsender Mitgliederzahl wurde eine Kleinkaliberabteilung gegründet, die auf dem Schießstand der Bellona-Schützen Würselen trainierte. Nach dessen Abriss 1958 – bedingt durch neue Sicherheitsbestimmungen – musste die Abteilung jedoch wieder aufgelöst werden.

1956 übernahm Günter Herf den Vorsitz, während Heinrich Stollenwerk zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde.

Ein Pächterwechsel führte 1959 zum Umzug in die Gaststätte „Sängerheim“ (Alt-Haarener-Straße 163). Dort feierte der Verein 1961 sein 10-jähriges Bestehen und zählte inzwischen 19 aktive Mitglieder. Der Schießstand wurde technisch verbessert, indem das Oberteil der fünf Bahnen versenkbar in die Bühne eingebaut wurde.

Als der Wirt 1963 seinen Beruf aufgab, wechselte der Verein erneut das Lokal und zog in die „Redoute“ (Alt-Haarener-Straße 123). Um die vorgeschriebene Standlänge zu erreichen, musste der Saal durch Holzkisten an den Fenstern künstlich verlängert werden.

Auf der Jahreshauptversammlung 1964 beschlossen die Mitglieder eine Namensänderung in „Sportschützen 1951 Haaren“.


Krise und Neuaufbau (1966–1976)

Zwischen 1966 und 1970 geriet der Verein durch äußere Einflüsse, mangelnde Jugendarbeit und sinkendes Interesse in eine schwere Krise. Nur noch acht aktive Mitglieder hielten den Verein am Leben.

1971 wurde Heinz Stollenwerk zum 1. Vorsitzenden gewählt. Zum 20-jährigen Jubiläum wurde intensiv geworben, ehemalige Mitglieder wurden eingeladen und der Festabend mit Königsball wurde ein großer Erfolg. 1972 zählte der Verein wieder 19 Mitglieder.

Eine neue Sportordnung des Deutschen Schützenbundes stellte den Verein jedoch vor Probleme: Die Schießstände im Vereinslokal entsprachen nicht mehr den Abstandsregeln. Die Sportschützen zogen daher erneut ins „Sängerheim“, wo der alte versenkbare Schießstand restauriert und mit elektrischem Antrieb versehen wurde.

Beim Königsball 1972 wurde der inzwischen 80-jährige Heinrich Stollenwerk für 60 Jahre Mitgliedschaft im Deutschen Schützenbund geehrt. In den folgenden Jahren wurde eine intensive Jugendarbeit aufgebaut, getragen von Heinz Stollenwerk, Heinz Lynen und Willi Bertram. Viele Jugendliche fanden dadurch den Weg zum Verein.

Zum 25-jährigen Jubiläum 1976 zählte der Verein 52 Mitglieder; fünf von ihnen erhielten die Ehrennadel für 25-jährige Mitgliedschaft.


Der Weg zum eigenen Schützenheim (1976–1983)

Ein neues Waffengesetz und der anhaltende Mitgliederzuwachs machten eine Erweiterung der Schießstandkapazitäten notwendig. Trotz intensiver Bemühungen von Heinz Stollenwerk, dem Sportamt Aachen und Bezirksvorsteher Karl Pützblieb die Suche nach geeigneten Räumen vier Jahre lang erfolglos.

1978 beschloss die Mitgliederversammlung die Eintragung ins Vereinsregister. Nach neuer Satzung erfolgte die Eintragung am 14. Januar 1979. Zudem wurde erneut eine Kleinkaliberabteilung gegründet, die in Eilendorf trainierte.

1981 gelang schließlich der Durchbruch: Durch Vermittlung von Karl Pütz stellte Eduard Beyer, Wirt der „Redoute“, ein Grundstück zur Verfügung. Der Pachtvertrag wurde am 4. November 1981 unterzeichnet. Um einen städtischen Zuschuss zu erhalten, musste der erste Spatenstich noch im selben Jahr erfolgen. Dank der schnellen Bearbeitung der Anträge und der Planung durch Architekt Horst Haas konnte der Spatenstich tatsächlich am 31. Dezember 1981 erfolgen.

Nach 16 Monaten Bauzeit und rund 4000 geleisteten Arbeitsstunden entstand ein Schützenheim mit 208 m² Grundfläche und zehn Luftgewehrständen. Sachspenden im Wert von 20.000 DM unterstützten das Projekt.

Die feierliche Eröffnung fand am 28. Mai 1983 statt. Schirmherr Oberbürgermeister Kurt Malangré gab den ersten Schuss ab und stiftete ein neues Luftgewehr. Dr. Schmidt (SPD) überreichte eine neue Luftpistole.


Aufschwung, Jubiläen und sportliche Erfolge (1984–2004)

1984 zählte der Verein 85 Mitglieder. Das öffentliche Bürgerschießen wurde auf Fronleichnam festgelegt, der Königsball auf den darauffolgenden Samstag. Bezirksvorsteher Karl Pütz wurde für seine Verdienste zum Ehrenmitglied ernannt.

Um wetterunabhängig feiern zu können, wurde zunächst ein Zelt gemietet. Da dies jedoch kaum Gewinn übrigließ, entstand zwischen 1985 und 1987 ein fest installiertes Zeltdach über dem Hof, ergänzt durch Seitenwände und Heizung.

1990 übergab Heinz Stollenwerk aus Altersgründen den Vorsitz an Manfred Bertrand.

Zum 40-jährigen Jubiläum 1991 fand eine Festwoche statt, deren Höhepunkt der Königsball in der Haarbachtalhalle war. Während dieser Woche wurde Heinz Stollenwerk für 40 Jahre Mitgliedschaft im Rheinischen und im Deutschen Schützenbund geehrt und zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Am 21. Dezember 1993 verstarb der 1. Vorsitzende Manfred Bertrand im Alter von nur 48 Jahren. Auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 3. März 1994 wurde Udo Bertram zu seinem Nachfolger gewählt; Oliver Knops übernahm das Amt des Sportwartes.

Am 4. September 1996 verstarb der Ehrenvorsitzende und letzte verbliebene Gründungsmitglied Heinz Stollenwerk.

Sportlich erreichte der Verein besondere Erfolge durch die Teilnahme von Sonja Braunleder (Junioren) an den Deutschen Meisterschaften 1997 sowie Claudia Knops (Schützenklasse) an den Deutschen Meisterschaften 2004. Zahlreiche Starts bei Landesverbandsmeisterschaften kamen hinzu.


Bilanz eines halben Jahrhunderts

Rückblickend zeigt sich ein beeindruckender Weg: Aus einem Verein, der Ende der 1960er Jahre nur noch acht Mitglieder zählte, wurde ein stabiler Verein mit über 80 Mitgliedern, einer starken Jugendarbeit und einer ausgeprägten Kameradschaft, die sportlichen Ehrgeiz und Gemeinschaftsgeist bis heute verbindet.